Weinkenner werden - regionale Info Burgenland und Terra Galos


Weinland Burgenland

Das Burgenland ist von den klimatischen Gegebenheiten für den Weinbau geradezu prädestiniert. Bei einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 10°C, 200 Sonnenstunden und ca. 650 mm Jahresniederschlag, gedeihen auf einer Fläche von 16.400 ha hervorragende Weine. Dieses kleine Bundesland erzeugt etwa 38% der gesamten Weinernte Österreichs, von trockenen fruchtigen Qualitätsweinen, über Spätlese bis hin zu hochwertigen Beeren- und Trockenbeeren-auslesen oder Ausbruch. Bei einer durchschnittlichen Gesamtertragsmenge von 1,2 Millionen Hektoliter entfallen etwa 70% auf Weißweinsorten, während 30% dem Rotwein zuzuordnen sind.

Ob Rot- oder Weißwein, der burgenländische Wein hält jedem internationalen Vergleich Stand und wird in aller Welt höchsten prämiert und von Weinliebhabern geschätzt.

Weinbaugebiet Neusiedlersee

Östlich des Neusiedler Sees erstreckt sich – mit 8400 ha – die größte Rebfläche des Burgenlandes: Das Weinbaugebiet „NEUSIEDLERSEE“. Der See – größter Steppensee Mitteleuropas – mit einer Wasserfläche von 320 km², einer Tiefe von nur 1,8 – 2 Meter und ca. 200 Sonnenstunden im Jahr machen den See zum Klimaregulator für die umliegende Weinbau-landschaft. Zusammen mit den vielen kleinen „Lacken“ des Seewinkels sorgt er im Spätsommer für die Feuchtigkeit, die die Bildung des begehrten Edelfäulnispilzes „Botrytis Cinera“ an den Trauben erst ermöglicht. Das Klima des Seewinkels und die ideale Bodenbeschaffung ermöglichen die Kelterung erlesener Weißweine sowie hervorragender Rotweine. Die Süßweine brillieren hier durch Fruchtspiel und Eleganz.


Gols

Ein wenig abseits des Neusiedler Sees und direkt am Abhang des Parndorfer Plateaus liegt die Marktgemeinde Gols inmitten eines ausgedehnten Weinbaugebietes. Die Weinbaugemeinde Gols hat etwas über 3500 Einwohner. Die Weingartenfläche beträgt etwa 1700 ha. Davon sind etwas über 70% mit Weißweinreben bestockt. Doch ist das Potential bei weitem noch nicht ausgeschöpft, vor allem bei Rotweinen und gehaltvollen Weißweinen, speziell aus Burgundersorten.

Herkunft der Bevölkerung des "Heidebodens (Seewinkel) - Zusammenhang mit Weingut Achs

Für die Geschichtsschreibung steht fest, daß die deutsche Besiedlung des Raumes der alten Westkomitate Ungarns (Burgenland) als einheitliches Geschehen aufzufassen ist.
Wir kennen folgende Zuwanderunsgründe und Zuwanderungen:
1. Vorübergehend siedelten Ostgoten und Langobarden in unserem Gebiet (keine Auswirkung auf die spätere Siedlungstätigkeit).

2. Eine wirksame Siedlungstätigkeit ist die Erschließung (nach dem Sieg gegen die Awaren), bis zur Raab reichenden Königbodens durch fränkische und bayerische Adelige und ihre Gefolgsleute. Es handelt sich räumlich um Oberpannonien unter der Leitung der Markgrafen:

Gerold 791 – 831 n. Chr. /  Ratpot 831 – 856 n.Chr. /   Karlmann 856 – 907 n.Chr.

Doch diese Siedlungskultur – die erste in unserem Raum – ging in der Schlacht bei Preßburg 907 n.Chr. verloren. Das bayerische Heer wird vernichtend geschlagen. Doch lag es sicher nicht im Interesse der Eroberer, die vorgefundene Bevölkerung zu vernichten, wenn sie einmal unterworfen war. Das kirchliche aber auch das zivile Leben konnte daher zum Teil fortbestehen.


Im Jahr 1002 heiratet König Stephan die bayerische Prinzessin Gisela und christanisiert das Land. Sie erhält die westlichen Komitate (auch das Komitat Wieselburg) als „Morgengabe“. Mit ihr ziehen Ritter samt Gefolge ins Land: Hunt, Pazman, Heinrich von Mügeln (aus Nürnberg), Hermann, Wetzel von Wasserburg, schließlich Bosco/Bosmann, der den „Heidrichturm“ (Hedervar) errichtet.

Die dritte Welle von Siedlern verkannt ihren Einzug in den Heideboden der Tatsache, daß der deutsche Kaiser Heinrich IV. ist, der König Salomon die Macht sichert. Dieser überläßt (1074) dem deutschen Kaiser zum Lohn Wieselburg und Umgebung mit hundert „Mansen“.

Genaueres ist uns über die vierte bleibende Siedlerwelle unter Geisa II. bekannt, der sein Land mit dem Westen verbinden wollte und zahlreiche ausländische, vor allem bayerische Gäste (hospites) ins Land rief. Sehr zahlreich sind die Siedler dieser Welle im 12. u. 13. Jahrhundert.

Eine fünfte Welle von bayerischen und österreichischen Siedlern kommt nach dem Tartarenzug (1241), von Bella IV gerufen.

Die sechste Welle von bayerischen und österreichischen Siedlern erfolgt nach den Türken-kriegen. Zusätzlich kommen wegen ihres Glaubens verfolgte schwäbische Siedler aus Wangen, Ravensburg, Lindau und Isny ins Land und lassen sich im Seewinkel nieder. Das mehrheitliche bayuwarische Volkstum saugt sie vollkommen auf, wodurch wir nur aus historischen Quellen über ihre Einwanderung (1620) Bescheid wissen.

Die Familie (Weingut) Achs läßt sich bis in das 17. Jhdt. Zurückverfolgen und ist daher in eine dieser vorher genannten Siedlungswellen zu integrieren.
Michael Ox (Achs): Geburtsdatum nicht bekannt (ca. 1670er Jahre). Michael Ox ist der Vater des Mathias, Thomas und Georg Ox (Achs), da kein anderer Achs (Ox) in den Kirchen und Steuerlisten zu finden ist. Ab dieser Zeit ist die Familienchronik belegbar.

Im Jahre 1700 wurde vom Komitat Wieselburg (Heute im Burgenland, Bezirk Neusiedl am See) eine Konskription der steuerpflichtigen Untertanen geführt.

Terra Galos Weingüter / Achs-Tremmel

Die Familie Achs bewirtschaftet ca. 60 ha. Weingärten, die sich in ausgewählten Lagen in den Gemeinden Gols, Rust, Mönchhof und Weiden befinden. Höchste Qualität zu erzielen, war schon immer das oberste Gebot des Weingutes. Gezieltes Herabsetzen der Erntemenge und eine möglichst chemiefreie Bewirtschaftung der Weinfläche, sowie geschulte Kellertechnik lassen Weine von außergewöhnlicher Qualität, Güte und Lagerfähigkeit entstehen.

Wein und Kultur – Qualitätsstandard bei „TERRA GALOS Weingüter Achs-Tremmel“

Wein ist mehr als ein Getränk. Seit Jahrtausenden umgibt den Wein ein besonderer Mythos, der durch die Menschen, die sich gedanklich damit auseinandersetzen, gepflegt wird.

Die Reb- u. Weinkultur Europas geht zurück auf die Kultur der Griechen und Römer, aber auch im Bereich des Neusiedler See – Gebietes wurde schon 900 v.Chr. eine hohe Reb- u. Weinkultur betrieben. In späterer Zeit waren es die Klöster, in denen Mönche die Erde ebenso kultivierten wie Wissenschaft und Künste. Brot und Wein, dereinst im Heiligen Land die Nahrung einfacher Leute, sind voll tiefer religiöser Symbolik. Zahllose Mythen ranken sich um das Getränk, das Menschen seelisch befreit und inspiriert. Gäbe es keinen Wein, dann gäbe es sicher weniger Lieder und Gedichte, Melodien und Tänze und es gäbe vor allem weniger Lebensfreude.

Auch die heutige Medizin versagt dem Wein nirgends seine Anerkennung, wo er richtig dosiert getrunken wird. Wein – mit Maß und Vernunft genossen – gehört mit vollen Recht zu den großen Freudenspendern des Lebens und ist vom gesundheitlichen Standpunkt unbedenklich und Bedeutung.

Die Kenntnisse über die Weinproduktion haben sich bedeutend erweitert und wohl auch vertieft; nicht Schritt gehalten haben die Kenntnisse über den richtigen Gebrauch und Genuß. Dies, durch Information auszugleichen und aufzuhellen, ist der Grundsatz von TERRA GALOS Weingüter Achs-Tremmel.

TERRA GALOS Weingüter Achs-Tremmel ist durch sein zielstrebiges Management und serviceorientierter Kundenbetreuung zu einem der größten expandierenden Weingüter des Burgenlandes geworden und liegt voll im Trend der heutigen Zeit.

Unter dem Motto: „WEINKENNER WERDEN“ schulen wir nicht nur unsere Weinberater, sondern geben auch unseren Weinkunden die Möglichkeit, aus dem vielfältigen Angebot unseres Weingutes, jenen Wein, der persönlich am meisten zusagt, den Wein, der für einen bestimmten Anlaß am besten geeignet ist, auszuwählen und über Information und Weinverkosten, Wein-liebhaber oder auch Weinkenner zu werden.

Das Weingut ist aber auch, durch den Direktvertrieb in ganz Österreich, ein wirtschaftliches Vorbild in Sachen: Moderner Betrieb mit Qualitätsprodukten, Kundenservice (sprich: Beratung und Betreuung), menschliche Mitarbeiterführung und Arbeitsplatzsicherung.

Unser Leitspruch lautet: Ihr persönlicher Wein, Ihr persönlicher Weinberater, unsere Qualität, Information und Betreuung für Ihr Wohlbefinden.

Reb- und Weinkultur bei Terra Galos

Der Weinstock und dessen Produkt der Wein, spielten in der Kulturgeschichte der Menschen seit Jahrtausend eine große Rolle. Die Nachricht über ihn reichen bis zu den fernsten Grenzen der historischen Zeit und verlaufen darüber hinaus bis in die Dämmerung der Mythe.


In der Nähe von Damaskus fand man in einem Hügelgrab eine kleine Traubenpresse und Traubenkerne deren Alter auf ca. 8000 Jahre geschätzt werden. Das zeigt uns welche Bedeutung der Wein schon vor Jahrtausenden in Vorderasien hatte.


Alte ägyptische Pyramidentexte bekunden uns die sorgsame Pflege der Weinreben. Man sieht Kelterer, die mit Füßen die Trauben treten und den Most mit Säcken filtrieren. Erwähnt sei noch, daß die Ägypter große Zecher waren, die auch ihre Frauen an ihren Gelagen teilnehmen ließen.


Nicht weniger als 500 Wein- u. Reberwähnungen sind in der Bibel gezählt. Der weise Salomo versorgte seine Arbeiter beim Tempelbau mit ca. 800 Fuder Wein um ihren Leistungswillen zu steigern und die Propheten waren auch nicht unbedingt als Abstinenzler zu bezeichnen. Dementsprechend erzogen sie auch das Volk. Sie gestatten ihnen die Gaben des Himmels (Traube > Wein) im Schatten der Weingärten unter dem Segen Gottes zu genießen. Doch bei allen Verständnis für die Lebensart des „Weinvolkes“, haben sie niemals vergessen über den Mißbrauch der Gottesgabe, gegen den „Taumelkelch“ (Jesias 51, 17) zu wettern.

Die alten Griechen und Römer widmeten bekanntlich der Rebe und dem Wein einen eigenen Kultus. Man könnte sagen, er hat ihr kulturelles Leben, ihre Gesittung völlig durchtränkt. Die moderne Mythe hat den römischen Kaiser Probus eine Stellung als Begründer des Weinbauens in Ungarn, Nordgallien, Britannien und Deutschland angewiesen. Diese Annahme wurde schon von Bassermann Jordan (1907) widerlegt. Die sogenannte „Wanderungstheorie“ ist aber auch durch jüngste Funde aus dem Neusiedler See-Gebiet widerlegbar. So wurde in der späteren Bronzezeit (ca. 900 v.Chr.) eine hochentwickelte Wein- u. Rebkultur betrieben. Durch Kreuzungen mit heimischen wilden Reben waren zu dieser zeit schon etliche Kulturrebsorten (Rot- u. Weißweine) bekannt. Es handelt sich dabei um die ältesten Funde von Vitis vinifera L. im Mitteleuropäischen Raum.

Rebkernfunde in Tonkrügen und Trinkgeschirr aus der Hallstattzeit (700 v.Chr.), beweisen eindeutig das Vorkommen der Rebe Vitis vinifera L. (ähnlich grüner Silvaner) und Vitis silvretis (Chardonnay) ähnlich. KULTUR ist, wie der ganze Mensch lebt (Bert Brecht).

WEINKULTUR ist, daß das Leben mit dem Wein, wenn er zu mehr dienen soll als zur Befriedigung unserer individuellen Trinklust, einen Bezug zu Stil und Formen des menschlichen Zusammenlebens haben muß.

Auch unsere technisch-wissenschaftlich hochentwickelte Generation hat die Verpflichtung die jahrtausende alten weinkulturellen Tradition nicht nur zu erhalten, sondern sie sinnvoll in die Daseingestaltung der modernen Gesellschaft einzuordnen.

Warum Weinkenner werden?

Wein ist kein Getränk, das schlechthin nur getrunken wird, um etwa den Durst zu löschen oder sich berauschen. Wein ist vielmehr ein Getränk, das Schluck für Schluck ein Erlebnis sein kann und Freude bringt. Wein kann man als individuelles Getränk erleben. Wein begleitet jedes Essen, hebt seinen Geschmack und krönt somit jede Mahlzeit. Damit man nun aus dem vielfältigen Angebot unseres Weingutes, jenen Wein, der persönlich am meisten zusagt, den Wein, der für einen bestimmten Anlaß am besten geeignet ist selbst auswählen kann, muß man das „Weinbeißen“ erlernen. Man muß sich mit der Verkostung von Wein befassen, man muß WEIN-KENNER werden.

Man wird WEINKENNER, in dem man Wein (so oft wie möglich) bewußt verkostet und versucht, sich die wesentlichen Merkmale des Weines einzuprägen. Vorher muß man die genaue Bezeichnung des Weines kennen: die Sorte, die Herkunft, die Qualität und den Jahrgang.

Wein verkosten (degustieren)

Beim Weinverkosten darf man den Wein nicht nur in seinem Gesamteindruck erfassen. Man muß ihn mit den „Sinnesorganen“ analysieren:

  • • mit dem Auge prüft man das Aussehen (Farbe, Klarheit, Flüssigkeitszustand)
  • • mit der Nase prüft man die Reintönigkeit des Geruches, das Bukett und dessen Intensität
  • • mit der Zunge und dem Gaumen prüft man die Reintönigkeit des Geschmackes, die vielfältigen Geschmacksmerkmale im Detail und deren Harmonie im Gesamteindruck.

WIE WIRD GEPRÜFT?

Mit dem Auge (Optik):
Indem man das Glas schräg bei weißer Unterlage gegen das Licht hält. So kann man die Farbe des Weines feststellen. Abstufungen in den Farbtönen können Aufschluß über Sorte, Herkunft und alter geben. Weiters wird die Klarheit des Weines geprüft. Wein muß klar sein; die leichteste Trübung zeigt, daß ein Fehler vorliegt.

Mit der Nase (Geruchssinn):
Indem man sich bis zu einem Drittel gefülltes Glas leicht kreisend bewegt und langsam zu Nase führt. Dann wird gerochen, indem man mehrmals kurz aber kräftig einatmet. Dabei werden alle Geschmacksfaktoren einzeln (analytisch) und in ihrem Gesamteindruck erfaßt und beurteilt.

Mit der Zunge und Gaumen (Geschmackssinn):
Indem man den Wein in kleinen Schlucken in den Mund nimmt und gründlich kaut („beißt“). Dabei werden alle Geschmacksformen einzeln (analytisch) und in ihren Gesamteindruck erfaßt und beurteilt.

Die Weinprobe (Degustation) - die richtige Vorbereitung

Raum:
Der Raum soll nicht zu warm (18 – 20° C) sein. Notwendig ist heller, frisch gelüfteter Raum (nicht Rauchen), wenn möglich Tageslicht und die Wände sollten eine neutrale Farbe haben.

Tisch:
Weiß gedeckter Tisch

Kostglas:
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Weingenuß immer mehr verfeinert. Das Kuhhorn der grauen Vorzeit und die metallenen Trinkgefäße früherer Epochen wurden mit dem Aufkommen der Kunst des Glasmachens sehr bald durch den Glasbrecher, wenig später schon durch das Weinglas ersetzt. Über die Herkunft des „Römers“ – eines bauchigen Weinglases mit oft grünen Fuß – dürfte es heute keinen Zweifel mehr geben. Die Römer haben allerdings mit der Verbreitung des Weinglases nichts zu tun. Unser Römer ist eigentlich ein „Rühmer“. Das Wort stammt aus den Niederländischen und bedeutet Prunkglas, mit dem man einen Trinkspruch zum Ruhme eines Gefeierten ausbringt. Soweit die Entstehungsgeschichte des beliebten Weinglases, nun aber zurück zur Geschichte.
In guten Bürgerhäusern waren Weingläser im alten Rom durchaus üblich. Verwendet wurden hauptsächlich bunte Gläser, da eine etwaige Trübung des Weines nicht auffallen konnte.

Die Formen zeigen große Vielfältigkeit. So gab es zum Beispiel zylinderförmige, ohne Aufsatz sich nach oben erweiternde oder verjüngende Bechergläser, dann dickbäuchige Gläser oder solche in der Art der heutigen Römer, jedoch ohne Stengel und Fuß.

Auch im Mittelalter folgte man der römischen Tradition und kennt hauptsächlich Bechergläser ohne Fuß, die sich nach oben erweitern. Einmal leergetrunken, mußten sie verkehrt aufgestellt werden, was ihnen den Namen „Exbecher“ eingetragen hat.

Die Renaissance mit ihrem verfeinerten Geschmack brachte zierlicher gearbeitete Weingläser hervor. Und am Ende des 17. Jhdt. Kamen für den Genuß edler Weine die ersten Stengelgläser mit reichen Verzierungen in Gebrauch. Als Zechgläser wurden jedoch weiterhin Bechergläser verwendet.

Auch heute wird ja im Gasthaus oder beim Heurigen der offene Wein in dickwandigen, eher derben Gläser vorgesetzt. Und unser Viertelliterstutzen geht in jahrhundertelanger Überlieferung noch römische Vorbilder aus Ton zurück. Wo es aber auf gehobene Tisch- u. Weinkultur ankommt, muß auf die Wahl des richtigen Glases besonders geachtet werden. Heute wissen wir, daß Glas einen größeren Genuß beim Weintrinken vermitteln kann, als jedes andere Material.

Und nun zur Form:
Das ideale Weißweinglas – vor allem für Qualitätsweine – ist ein Stielglas in Tulpenform. Das unten breite, sich nach oben verjüngende Glas hilft mit, die Bukettstoffe des Weines zu sammeln und damit besser beurteilen und genießen zu können.

Übrigens: Um das Bukett des Weines auch in der Nase voll in sich aufzunehmen, schenkt der Weinkenner sein Glas nie mehr als höchstens bis zu einem Drittel ein, ja, er läßt bei großen Weinen noch mehr Duftraum im Glas: ein Achtel des Glases mit Wein – alles übrige Weinduft!

Das Weißweinglas sollte kleiner sein als das Rotweinglas, um leeren zu können, bevor der Wein warm wir. Rotweingläser hingegen sind meist bauchiger.
Vom Standpunkt des Weingenießens sollte jedes Weinglas dünnwandig und durchsichtig klar sein, nicht geschliffen, gefärbt oder zu stark verziert.

Dessertweingläser sind immer kleiner als Weiß- und Rotweingläser, da man wegen des höheren Alkoholgehaltes und höheren Restzuckeranteiles weniger tinkt.
Für den Sekt haben sich zwei Formen durchgesetzt: die Sektflöte und die Sektschale. Die großen Meister des Glasdesigns haben mit Rücksicht auf die Eigenheit des Weines der Gläser kreiert. Sehr zu Freude aller, die den Wein lieben.

Weintemperatur: Wein muß richtig temperiert sein (Rosewein 10 – 12° C, Weißwein 12-15° C, Prädikatswein 12 – 15° C, Rotwein 17 –20° C).

Essen: Zum Neutralisieren des Geschmackes wird Weißgebäck oder Mineralwasser verwendet. Vorher keine scharfen Speisen und nicht üppig essen, keinen Käse oder etwa Kuchen. Der ausgeprägte Eigengeschmack dieser Speisen überdeckt so manches, was dann später deutlich riech und schmeckbar ist (oft Negatives).

Stufen der Erlesenheit

In Österreich wird der natürliche Gehalt an Traubenzucker in Gewichtsprozenten des frisch ge-preßten Traubenmostes (Maische) mit der Klosterneuburger Mostwaage (KMW) festgestellt und in Graden (°) angegeben. 15 ° KMW bedeuten z.B. 15 dkg. Natürlichen Traubenzucker in 1kg Traubenmost.

Qualitätsweine müssen zudem – auch das legt das Weingesetz fest – für die jeweilige Rebsorte „typisch“ und nach Aussehen, Geruch und Geschmack harmonisch und frei von Fehlern sein.
Das Mostgewicht des Traubensaftes muß mindestens 15° KMW aufweisen, und auch das Volumsprozent Alkohol sowie der Säureanteil sind für Weiß- und Rotweine festgelegt.

Qualitätswein darf kein „versetzter Wein“ sein, also weder durch eine besondere Behandlungs-weise noch durch Zusätze während der Erzeugung eine Veränderung erfahren.

Und schließlich müssen unsere erlesenen Weine noch mit einem Hinweis auf ihren Ursprung, ihre geographische Herkunft, versehen sein.
Ein Qualitätswein der „gehobener Art“ ist der mit der Bezeichnung „Kabinett“ deklarierte und titulierte Wein, dessen Saft der Trauben ein Mostgewicht von mindestens 17° KMW hatte und der auch keine Aufbesserung mit Zucker erfahren durfte.

Qualitätsweine besonderer Reife und Leseart werden vom Weingesetz unter dem Begriff „Prädikatsweine“ zusammengefaßt.

Beginnen wir mit der „Spätlese“, einem Wein, dessen Saft der Trauben ein Mostgewicht von mindestens 19° KMW hatte.

Eine spezielle Spätlese stellt die „Auslese“ dar, bei der durch sorgfältiges Auslesen alle nicht vollreifen und vollkommenen Trauben ausgesondert wurden. Das Mostgewicht des Traubensaftes liegt hier bereits bei mindestens 21° KMW.
Beerenauslese“ nennt man die Auslese aus überreifen und edelfaueln Beeren, die in guten Lagen gewonnen wurden und ein Mostgewicht von mindestens 25° KMW haben müssen.

Der „Ausbruch“ ist ein Prädikatswein, der nur aus edelfaulen, rosinenartigen eingeschrumpften Beeren, enthalten einen hohen natürlichen Zuckerrest, für den das Mostgewicht von mindestens 30° KMW verantwortlich ist. Solche Weine werden in Österreich nur in klimatischen begünstigen Gebieten rund um den Neusiedler See regelmäßig gewonnen. Die begehrte – oben genannte Edelfäule – wird durch den Grauschimmelpilz (Botrytis cinera) hervorgerufen, der bei günstigen Witterungsverhältnissen – wie eben das feuchtwarme Klima rund um den Neusiedler See – die vollreifen Beeren befällt, deren Haut durchdringt und ihren Wasser entzieht. Übrig bleiben konzentrierter Fruchtzucker, und Extrastoffe.

Eiswein hat ein Mostgewicht von mindestens 25° KMW. Der Eiswein wird aus vollreifen Trauben gewonnen, die bei Frost gelesen werden. Eine heikle Sache. Die Minusgrade dürfen nicht zu tief (nicht unter –5° C) und nicht zu hoch (möglichst nicht über –13°C) liegen. Der Frost zieht das Wasser aus dem Beerensaft und umgibt die Beeren mit einer Frosthaut. Dadurch werden die Extrastoffe konserviert, und der Fruchtzucker wird in den Beeren konzentriert. Das Traubengut kommt ungerebelt, das sonst die Eisschicht schmelzen würde, auf die Presse. Der konzentrierte Beerensaft fließt dabei ab und die Eiskristalle bleiben auf der Kelter übrig. In Verbindung mit der Restsüße zeichnet sich ein guter Eiswein durch eine rassige Geschmeidigkeit und Eleganz aus.

Restzucker:
Durch die alkoholische Gärung wird der Zucker der Traube in Alkohol umgewandelt. Die Hefe, die diese Arbeit verrichtet, kann jedoch nur maximal 21 – 22° KMW in Alkohol umwandeln, da sie durch den steigenden Alkoholgehalt im Wein abstirbt. Wein ab Auslese sind somit immer mehr oder weniger süß, da noch Restzucker (Zucker, der nach der Gärung nicht in Alkohol umgewandelt wurde) vorhanden ist. Man kann die Hefe aber auch von Menschenhand an der Vergärung hindern, um Qualitätsweine mit Restzucker zu produzieren.

HALBTROCKEN: Der Wein wird durch Kühlung oder Schleuder im Gärungsprozeß gestoppt und behält dadurch mehr Restzucker (über 9 g/Liter). Bis 9 g/Liter ist der Wein als TROCKEN zu bezeichnen.

Die 4 Klassen zur Bezeichnung des Restzuckergehaltes: TROCKEN, HALBTROCKEN, HALBSÜSS (LIEBLICH) und SÜSS:

CUVEE:

Ein Cuvee ist ein Verschnitt von mehreren verschiedenen Weinen zu einem Cuvee sind meist die wertvollsten Weine, die ein Weingut produziert. Die Kunst besteht darin, die Weine im richtigen Verhältnis zu verschneiden um eine optimale Balance zwischen Restzucker, Säure, Gerbstoff und Aroma zu erhalten.

Lebensfreude und Esskultur

Und damit sind wir bei unseren „SIEBEN GOLDENEN REGELN DES WEINGE-NUSSES“:

ERSTE REGEL:
Bei einer Verkostung reiht man die Weine im allgemeinen nach folgendem Schema:

  • - trockene Weine vor süßen
  • - zartschmeckende Weine vor den vollen, intensiven
  • - leichte Weine vor den kräftigen
  • - junge Weine vor den älteren

ZWEITE REGEL:
Prädikatsweine, wie Beeren- oder Trockenbeerenauslesen genießt man am besten „solo“. Nur ein ausgewähltes Dessert oder andere ausgewählte Nachspeisen dürfen eine Weinspezialität von so hohen Rang begleiten!

DRITTE REGEL:
Zu Fisch passen spritzige, blumige und trockene – zu Geflügel kräftige und würzige Weißweine.
Eine Ausnahme: Die Gans. Sie verträgt sich sehr gut mit einem nicht zu kräftigen Rotwein.

VIERTE REGEL:
Zu Wild wählt man herbe, kräftige, dunkle Rotweine oder auch einmal einen vollmundigen Weißen.

FÜNFTE REGEL:
Zum Kalb der elegante, leichte Weißwein – zum Rind kräftiger Weißwein oder fruchtiger Rotwein – zum Schwein Weißwein mit fruchtig-frischem Geschmack!

SECHSTE REGEL:

Herbe Rotweine passen gut zu vielen Käsesorten (hier sollte man ein wenig Käsespezialist sein!). Je schärfer der Käse – um so leichter der Weiße, beispielsweise Grüner Veltliner, Welschriesling.

SIEBENTE REGEL:
Zum Dessert eignen sich milde Weine, besonders aber die süßen, naturbelassenen Spätlesen, Auslesen und Beerenauslesen, ja sogar Trockenbeerenauslesen. Die Ausnahme von allen Regeln des erprobten und überlieferten Weingenusses darf der Weinkenner dann machen, wenn er sich schon sicher fühlt, daß er seinem eigenen Urteil voll vertrauen kann. In der Lehr- u. Lernzeit aber wird man gut beraten sein, wenn man sich an das Bewährte hält.

Weinbeschreibung

Es gibt viele Ausdrücke die für die Beschreibung von Wein verwendet werden. Das nachfolgende Schema ist der Versuch geeignete Begriffe für die wichtigsten Eigenschaften eines Weines in geordneter Form festzulegen:

Die Beschreibung und das Aussehen von Wein:

  1. Farbe
  2. Klarheit
  3. Flüssigkeitszustand

1.0 DIE FARBE DES WEINES:
1.1. Die Farbe von Weißwein: HELLGELB – STROHGELB – GOLDGELB- BERNSTEINFARBIG (Bei jungen Weinen, häufig beim Grünen Veltliner kann man GRÜNLICHE Reflexe, bei reifen Sorten, alten Weinen ALTGOLDFARBIGE Reflexe, sehen).

1.2. Die Farbe von Rotwein: HELLROT- RUBINROT – GRANATROT – DUNKELROT Bei reduktivem Ausbau findet man VIOLETTE, bei oxydativem Ausbau ZWIEBELFARBIG – BRÄUNLICHE Reflexe.


1.3. Die Farbe von Roséwein: RÖTLICH SCHILLERND – ZWIEBELSCHALENFARBIG – HELLROT

2.0. DIE KLARHEIT DES WEINES:
BLANK – SPIEGELBLANK – KRISTALLKLAR
fehlerhaft: (schleirig), (trüb)


Die Beschreibung des Geruches von Wein:

Beim Prüfen des Geruches werden beschrieben:

  1. Reintönigkeit
  2. Bukett und dessen
  3. Intensität

1. DIE REINTÖNIGKEIT:
Bei der Geruchsprobe stellt man zuerst fest, ob der Wein einwandfrei („reintönig“) riecht oder einen Fremdgeruch hat. Jeder Wein muß reintönig riechen – REINTÖNIG. fehlerhaft: (unrein), (fremd), wenn der Fehler nicht ansprechbar ist. Weiters (dumpf), (muffig).

2. DAS BUKETT:
Der Geruch des Weines ist sehr vielfältig, so daß nur die vorherrschenden Eindrücke beschrieben werden können. Dabei kann man in 2 Stufen vorgehen. Zuerst konzentriert man sich auf den Gesamteindruck des Buketts. Dieses kann sein: NEUTRAL / WEINIG – FRUCHTIG – BLUMIG – WÜRZIG Darüber hinaus kann man sortenspezifische Bukettoffe festhalten wie; MUSKIERT – Müller Thurgau, Muskat Ottonel RIESLINGBUKETT – Rheinriesling TRAMINERBUKETT - / Gewürz / Traminer.

3. DIE INTENSITÄT: 
FEIN / ZART – AUSGEPRÄGT / MARKANT – INTENSIV


Die Beschreibung des Geschmackes von Wein:

Im Zuge der geschmacklichen Beurteilung werden festgehalten:

  1. Reinheit des Geschmackes
  2. Basisgeschmack (Geschmacksrichtung)
  3. Spezifische Geschmacksmerkmale
  4. Harmonie

1. DIE REINHEIT DES GESCHMACKES:

Beim Verkosten konzentriert man sich zuerst auf die Frage, ob der Wein einwandfrei schmeckt, daß heißt, keinen störenden Fremdgeschmack aufweist. FREMDGESCHMACK kann sein: (Korkgeschmack, Faßgeschmack, Filtergeschmack)


2. DER BASISGESCHMACK (GESCHMACKSRICHTUNG):

Entsprechend der vier Basisempfindungen des Geschmackes – sauer, süß, salzig, bitter – wird auch der Wein von diesen Komponenten wesentlich geprägt. Diese Geschmachs-merkmale können sehr dominant aber auch überlappend auftreten.

2.1. FRUCHTSÄUREN:
MILD – FRISCH – RESCH – RASSIG –(spitz), (hart)

2.2. ZUCKERGEHALT:
TROCKEN – HALBTROCKEN – LEICHT SÜSS – SÜSS - EDELSÜSS

2.3. GERBSTOFFGEHALT BEI ROTWEINEN:
ZARTHERB – HERB – SEHR HERB- HART

3. SPEZIFISCHE GESCHMACKSMERKMALE:
Je nach Sorte und Weinbaugebiet können in einzelnen Weinen spezifische Geschmacksmerk-male sehr markant auftreten und die Eigenart eines Weines wesentlich bestimmen.

3.1. ALKOHOLGEHALT:
LEICHT – GEHALTVOLL – KRÄFTIG

3.2. KÖRPER / EXTRAKT:

ZART – RUND – VOLLMUNDIG – WUCHTIG

3.3. SORTENSPEZIFISCHER GESCHMACK:
FRUCHTIG / PFEFFRIG – Grüner Veltliner NEUTRAL / NUSSARTIG – Neuburger VOLLREIF / MANDELARTIG – Burgunder GRASIG / WÜRZIG – Muskat Sylvaner

3.4. ALTER:
JUNG – AUSGEBAUT / REIF – ALT / FIRNIG

4. HARMONIE:
Von einem harmonischen Wein spricht man dann, wenn die Basisgeschmackskomponenten und die spezifischen Geschmacksmerkmale in einem ausgewogenen Verhältnis vorliegen. Es ist die Aufgabe des Kellermeisters, je nach Sorte, Gebiet und Reifegrad, auf eine charakteristische Gewichtung dieser Elemente zu achten. Darin liegt die Einzigartigkeit und Individualität des Weines.
RUND – AUSGEWOGEN / HARMONISCH – ELEGANT

Der eigene Weinkeller muss keine Keller sein!

In einem Punkt unterscheidet sich der Wein sehr wesentlich von allen übrigen Getränken. Er ist – abgesehen von Ausnahmen, die jung am besten zu trinken sind – auch nach seiner Abfüllung auf Flaschen noch nicht auf seinem Höhepunkt. Der Wein durchläuft in der Flasche einen Reifeprozeß, oder – wie es so schön heißt – „er baut aus“. So sind beispielsweise große, lagerfähige Rotweine in ihrer Jugend meist spröd und unharmonisch, entwickeln sich aber in ihren „besten Jahren“ zu fruchtigen, eleganten und körperreichen Weinen, bevor sie schließlich im Alter mild und sanft werden. Der Wein soll in der Flasche die Stadien seiner Entwicklung möglichst ungestört von äußeren Einflüssen durchlaufen können. Und damit beginnt für den Weinliebhaber das echte Problem. Die meisten Keller in unseren Häusern sind für die Weinlagerung nicht geeignet. Welcher Keller hat schon eine gleichbleibende Temperatur zwischen 10 und 13° C.? Und ist frei von Erschütterung des Straßenverkehrs? Welcher Keller ist wirklich gut belüftet, frei von Geruchseinflüssen und weist ständig eine Luftfeuchtigkeit von rund 70 % auf?

Wer diesen idealen Keller nicht sein eigen nennen darf, braucht aber deswegen seinen Wunsch nach einem eigenen Flaschenlager nicht aufgeben. Auch eine dunkle Ecke eines kühl gehaltenen Raumes (Abstellraum) kann den Lebensraum für eine gut sortiere Vinothek abgeben, wenn man sich dafür von vornherein nicht aufgeben. Auch eine dunkle Ecke eines kühl gehaltenen Raumes (Abstellraum) kann den Lebensraum für eine gut sortierte Vinothek abgeben, wenn man sich dafür von vornherein an bestimmte Richtlinien hält. Liegend auf einem einfachen Holzregal gelagert, so daß der Korken stetes feucht gehalten wird, gut abgeschirmt von Fremdgerüchen und gut (aber nicht übertrieben) belüftet, wird der Wein sich nicht nur „halten“, sondern auch zur vollen Reife ausbauen. Schädlicher als zu hohe Lagertemperaturen sind zu häufige Temperaturschwankungen, auch wenn die moderne Kellerwirtschaft den Temperaturspielraum vergrößert hat.

Gute Rotweine – und speziell bei ihnen lohnt auch eine längere Lagerung – halten eine Schwan-kungsbreite von 10 – 18° C. ohne weiters aus. Weißweine lieben es kühler. Aber auch bei ihnen darf sich die Lagertemperatur zwischen 8 – 15° C. bewegen, besonders dann, wenn es sich um Prädikatsweine handelt, die sich ebenso für eine sehr lange Lagerung ausgezeichnet eignen.

Zur Gesundheit

Der Wein ist der Saft der Erde, ein Saft, in dem Tod und Leben ist!

Jedes Ding im Leben hat zwei Seiten, und es ist lediglich eine Frage der Dosierung, der Indikation und des richtigen Zeitpunktes, ob sich etwas für den Menschen positiv oder negativ auswirkt. Diese uralte Binsenweisheit gilt für alle unsere Lebensgewohnheiten und Bedürfnisse und damit auch für das älteste Genußmittel der Menschheit, den Wein.

Bevor wir uns der Gegenwart zuwenden, werfen wir einen kurzen Blick zurück. Schon von Hippokrates (400 v.Chr.) und Galen (200 n.Chr.) wird Wein als fiebersenkendes und stärkendes Mittel empfohlen und speziell bei Erkrankungen des Verdauungsapparates zur entgiftenden Wirkung im Darmtrakt angewendet. Sie haben damit gute therapeutische Erfolge erzielt.

Viele medizinische Werke des Mittelalters und der Neuzeit heben die heilende und fördernde Wirkung des Weines sehr deutlich hervor. Unübersehbar ist die Zahl von positiven Hinweisen und sehr persönlichen positiven Feststellungen großer Männer der Geschichte, von Dichtern und Philosophen in den letzten 3000 Jahren, die man sicher nicht als Alkoholiker oder Jugend-verführer bezeichnen kann, und die zum Teil ein sehr hohes Alter erreichten. Für sie alle war Wein ein Symbol der Lebenskraft, des Schöpferischen, ein unentbehrlicher Bestandteil ihres Daseins und ein einfaches, wertvolles Mittel zu Entspannung und zur Loslösung von Alltag und Sorgen.


Die heutige Medizin versagt dem Wein nirgends seine Anerkennung, wo er richtig dosiert getrunken wird!


Hat doch schon der Begründer der modernen Bakteriologie Louis Pasteur den Wein als „das gesündeste und hygienistische Getränk“ bezeichnet. Wogegen sich die Medizin unserer Tage mit Recht wendet, ist der Mißbrauch von Alkohol, wobei es nicht nur sehr oberflächlich, sondern grundfalsch wäre, Alkohol dem Wein gleichzusetzen.

Sicher ist, daß Wein als Therapeutikum eine sehr positive Auswirkung auf Blutdruck, Blutfett und Harnsäure auszuüben vermag. Daß Wein bei Herz- u. Kreislaufkrankheiten zur besseren Durchblutung der Herzkranzgefäße und zur Anregung der Blutzikulation beiträgt.

Und als gesichert darf weiters gelten, daß Wein von Diabetikern nicht nur anstandslos vertragen wird, sondern für den Zuckerkranken ein wertvoller Energiespender sein kann. Für Diabetiker sind trockene Weine, unter 4 Gramm Restzucker (Im Weingesetz verankert!) geeignet.
Interessant ist die Tatsache, daß bei Antibiotika – Behandlungen der Wein eher günstig wirkt, da er durch länger anhaltenden Blut- u. Gewebespiegel den therapeutischen Effekt vergrößert.

Bei Infektionskrankheiten – speziell Darminfektionen hat der Wein (und nicht nur sein Alkoholgehalt!) eine ausgesprochene antibiotische Wirkung. Ob bei Einnahme von Medikamenten Wein getrunken werden darf, entscheidet im Einzelfall der Arzt. Die moderne Medizin steht jedenfalls auf dem Standpunkt, daß Wein durchaus in einen Therapieplan aufgenommen werden kann. Damit fällt eines jener Vorurteile, daß Wein als gesundheitsschädlich abgestempelt wird.

Rotwein in der Genesungszeit als Stärkungsmittel, Wein als natürliches Beruhigungsmittel und Wein als „Milch für die Senioren“ in einer Eigenschaft als wertvoller Kalorienspender, der ohne Schlackenrückstände in Energie umgesetzt werden kann. All diese für Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen überaus positiven Indikation stehen den negativen Folgen seines Miß-brauches gegenüber. Aber dies ist keine Frage allein von Schädlichkeit und Nützlichkeit, sondern in erster Linie schon eine Charakterfrage.

UNIV.-PROF. DR.MED. WALTER BIRKMAYER (Facharzt für Neurologie und Psychiatrie):

„Wein, ein herrliches, unser Gemüt und unsere Sinne ansprechendes Stimulans, in beschränkten Dosen regelmäßig konsumieren, erhöht die seelische Erlebnisfähigkeit und die Lebensqualität“ und an anderer Stelle: „Das Problem Alkohol ist nicht ein Problem der chemischen Substanz, sondern ein Problem des menschlichen Charakters.“

UNIV.-PROF. DR.MED. LUDWIG PROKOP (Vorstand des Institutes für Sportmedizin der Universität Wien):
„Ich persönlich bin über das Studium der leistungsbeeinträchtigenden Wirkung des Alkohols auf positive medizinische Wirkungen des Weines gestoßen!“

Und an anderer Stelle: „Unsere Untersuchungen haben deutlich ergeben, daß bei normaler Ernährung, wenn dazu Wein getrunken wird, durch einen noch nicht ganz geklärten Mechanismus etwa nur die Hälfte des Alkohols resorbiert wird, so dass Blutalkoholspiegel erreicht werden, die weit unter einer Schädigungsgrenze liegen.“

Der prominente Sportmediziner steht heute in der medizinischen Welt nicht allein, wenn er feststellt: „Trockene, gepflegte Weine, zusammen mit einer vernünftigen Kost und einer Dosierung von etwa einen halben Liter, können bei einem gesunden Menschen sicher keine Organschädigung erzeugen.“

Wein – mit Maß und Vernunft genossen – gehört mit vollem Recht zu den großen Freuden-spendern des Lebens und ist vom gesundheitlichen Standpunkt unbedenklich. Mehr noch: Wein als Naturheilmittel gewinnt wieder Beachtung und Bedeutung. Dort wo die Dosis stimmt, hat der Trinkspruch tiefere und zugleich beste Bedeutung: "Zur Gesundheit!"

Quelle: Terra Galos Weingüter Achs Tremmel